Ernährung

"Der Döner ist deutsch"

Fleisch vom Spieß, serviert mit etwas Salat, Zwiebeln, ein paar Scheiben Tomate und Soße - "Knoblauch, Kräuter oder scharf" - im Fladenbrot: Das Ganze nennt sich Döner Kebab oder schlicht Döner.

Erfunden haben soll ihn ein Türke in Berlin. Kadir Nurman heißt er, wie der Verein türkischer Dönerhersteller in Europa (ATDiD) sagt. 39 Jahre später soll der Pionier nun auf der Fachmesse Döner-Gastronomie (Döga) am 24. und 25. September in Berlin geehrt werden.

Nurman kam als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland. 1972 habe er dann die Idee gehabt: "Erst hat er nur Fleisch ins Brot gelegt. Später kam dann der Salat hinzu", sagt Tarkan Tasyumruk, der Vorsitzende von ATDiD. "Und die Soße." In den Anfangsjahren hätten nur Gastarbeiter Döner Kebab in Nurmans Imbissbude nahe dem Zoo gegessen - bis die Deutschen den Snack entdeckt hätten.

Seither ist der Döner zu einem der beliebtesten Fast-Food-Gerichte geworden. Und lange hielt sich die Legende, er sei typisch türkisch, doch: "Der Döner ist deutsch", sagt Tasyumruk.

Mittlerweile gibt es allein in Deutschland 16 000 Dönerbuden. Berlin sei mit über 1000 Läden "die Hauptstadt des Döners". 250 Betriebe der deutschen Döner-Industrie beliefern nach Angaben des Vereins ATDiD sogar 80 Prozent des EU-Markts. 600 Tonnen Fleisch steckten sie dafür pro Tag auf die Spieße. Die deutschen Hersteller und Imbisse erwirtschafteten laut Tasyumruk zuletzt einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Euro.

Einen Imbiss besitzt Kadir Nurman übrigens nicht mehr. "Er hat kein Imperium aufgebaut, wie man es sich immer vorstellt", sagt Tasyumruk, nach dem Motto: "Der erste Entdecker muss ja 1000 Läden haben." Nurman (Jahrgang 1933) lebt heute als Rentner in Berlin.