Wahl zum Abgeordnetenhaus

Umfrage: Piratenpartei bei 6,5 Prozent

Der Einzug der Piratenpartei in das Berliner Abgeordnetenhaus wird immer wahrscheinlicher. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen erreicht die Internetpartei zehn Tage vor der Wahl 6,5 Prozent der Stimmen.

Das sind zwei Prozentpunkte mehr als die Septemberumfrage des Instituts für die Berliner Morgenpost und die RBB-Abendschau ergeben hatte. Der aktuellen Umfrage zufolge kommt die SPD auf 29,5 (minus 0,5) Prozent und geht als stärkste Partei aus der Wahl hervor. Die CDU liegt unverändert bei 22 Prozent, die Grünen verlieren zwei Prozentpunkte und erreichen 20 Prozent. Die Linke stagniert bei 11 Prozent. Die FDP kann sich nicht aus dem Meinungstief lösen und verfehlte mit 3 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus deutlich.

Sollte die Wahl am 18. September tatsächlich so ausgehen, rückt eine rot-grüne Koalition im Berliner Senat immer näher. SPD und Grüne stehen derzeit mit 49,5 Prozent der Stimmen in der Wählergunst vorn. Zu einer schwarz-grünen Koalition sagte Renate Künast am Donnerstagabend im TV-Duell mit Klaus Wowereit im RBB: "Ich werde meiner Partei nicht vorschlagen, mit der CDU in eine Koalition zu gehen." Die wäre nach den jetzigen Umfragewerten rein rechnerisch auch gar nicht möglich. Renate Künast hat damit offenbar ihr Wahlziel aufgegeben, als Regierende Bürgermeisterin in das Rote Rathaus einzuziehen. Und die Übernahme eines Senatorenpostens unter einem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit hatte Künast stets ausgeschlossen. Auch eine dritte Auflage der seit zehn Jahren regierenden rot-roten Koalition ist nach der infratest-Umfrage nicht möglich. Beide Parteien kommen zusammen nur noch auf 40,5 Prozent der Stimmen.