US-Post

Liebesgrüße aus Washington

E-Mail, Facebook oder Twitter zum Trotz will die US-Senatorin Claire McCaskill ihre Landsleute wieder zum Schreiben von Liebesbriefen animieren. Die sollen der von der Pleite bedrohten US-Post nach den Vorstellungen der demokratischen Senatorin bei der wirtschaftlichen Erholung helfen.

Die Post solle konsequent den Markt für Briefe an geliebte Wesen nutzen, schlug Claire McCaskill aus dem Bundesstaat Missouri am Dienstag bei einer Parlamentsanhörung vor. Die Post solle festhalten an der Vorstellung, sich hinzusetzen und einen Brief zu schreiben und darin Gedanken, Gebete und Hoffnungen einzubringen für ein Wesen, das uns lieb ist. Es müsse nicht alles auf elektronischem Weg kommuniziert werden.

Post-Chef Patrick Donahoe stimmte McCaskill in der Anhörung "hundertprozentig" zu. Die Post werde im Herbst eine Werbekampagne starten, um den Menschen in den USA den Wert des Briefs, die physische Verbindung zwischen den Briefschreibern ins Bewusstsein zu rufen. Zustimmung erntete die Senatorin auch vom Ausschussvorsitzenden, ihrem demokratischen Parteikollegen Joe Lieberman. "Wir waren offen für alle Vorschläge, und Ihrer ist großartig, wir müssen mehr leidenschaftliche Briefe an diejenigen schreiben, die wir lieben", sagte er. "Ich schlage Ihnen vor, einen ersten Schritt zu machen, indem Sie einen Brief an den Senator Brown schicken", scherzte Lieberman mit Blick auf den Republikaner, der als nächster Redner dran war. Ungewiss ist aber, ob die Liebesgrüße aus Washington die marode US-Post retten können. Das Unternehmen muss in den nächsten drei Jahren ein Viertel seiner Mitarbeiterstellen streichen. Ziel ist es, die jährlichen Kosten um 20 Milliarden Dollar zu verringern. Also dann: An die Füller, fertig, los!