Kultur

Anwohnerprotest gefährdet 15 Clubs

In der Hauptstadt sind mindestens 15 Clubs von einer Schließung bedroht, ob durch Rückzug der Investoren oder wegen Lärmbeschwerden der Anwohner. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Christian Goiny hervor.

In der Liste der betroffenen Clubs sind viele große Namen aus dem Bezirk Mitte, wie das "Soho House", der "Münzclub", der "Rote Salon" und der "Schokoladen". Aber auch die "Kulturbrauerei" in Prenzlauer Berg, das "Lido" in Kreuzberg oder das "Yaam" in Friedrichshain werden dort genannt. Die Spree-Strandbar "Kiki Blofeld" in Kreuzberg schließt bereits am kommenden Sonntag.

Die Bedrohung der Clubs durch Anwohner ist vor allem auf Einzelpersonen zurückzuführen, die nachträglich in die Nachbarschaft der Clubs gezogen sind, sagt die Clubcommission, ein Verein, zu dem sich 120 Berliner Clubs zusammengeschlossen haben. Dass deren Lärmbeschwerden zur Schließung führen können, haben viele Clubs zu spüren bekommen. Das "Schmutzige Hobby" zog von Prenzlauer Berg nach Friedrichshain, das "Magnet" nach Kreuzberg, und mit dem "Knaack" gab sogar einer von Berlins ältesten Clubs auf. Der Club habe vor seiner Schließung den Ruf des Bezirks, so ein Pankower Stadtrat, "bis weit über die Berliner Grenzen hinaus geprägt".

Der legendäre Club "SO36", den es seit 33 Jahren gibt, konnte nur nach dem Bau einer Schallschutzmauer geöffnet bleiben. Sonst hätten dort Konzerte in Zimmerlautstärke veranstaltet werden müssen - genau so ein Kompromiss war der Anfang vom Ende des "Knaack". Beim 1990 eröffneten "Schokoladen" in Mitte wurde Ähnliches eingeführt. Ergebnis: Gäste bleiben weg, und der Vermieter klagt auch noch.

Burkhard Kieker, Manager der Berlin Tourismus Marketing, hat kein Verständnis für Beschwerden von Anwohnern, die dorthin ziehen, wo bereits Clubs eröffnet wurden. Wer nach Berlin ziehe, sagt er, und sich dann über die Clubs beschwert, habe nicht richtig nachgedacht.