Kriminalität

Weddinger Doppelmörder drohte Abschiebung

Der mutmaßliche Doppelmörder von Berlin-Wedding, Mehmet Y., hätte Deutschland offenbar schon längst verlassen sollen. Im Herbst 2010 habe das Verwaltungsgericht angeordnet, dass er ausreisen müsse, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in einer Vorabmeldung.

Y. hatte am Vormittag des 4. August an der Kolberger Straße in Wedding versucht, seine 24-jährige Ex-Frau, Feride C., zu ermorden. Offenbar aus Eifersucht schoss der 25-Jährige auf ein Auto, in dem die 24-Jährige, ihre 45-jährige Mutter, ihre 22-jährige Schwester und ihr Bruder saßen. Durch den Kugelhagel starben die Mutter und Ferides Schwester. Der Bruder wurde lebensgefährlich verletzt, Feride selbst überlebte. Nur 86 Stunden nach der Tat konnte Y. von der Polizei gefasst werden.

Wie das Nachrichtenmagazin schreibt, wandte sich Y. nach der Anordnung des Verwaltungsgerichtes an die Härtefallkommission des Berliner Senats, um seine Abschiebung zu verhindern. Am 4. August habe er einen Termin bei einer Betreuerin des Migrationsrates Berlin-Brandenburg gehabt, unter anderem, um über einen Integrationskurs zu sprechen. Zum Beratungstermin war er aber nicht erschienen. Am selben Tag fuhr er dem Bericht zufolge stattdessen in den Wedding und soll dort um sich geschossen haben. Y. war zuvor bereits als Gewalttäter aufgefallen. So soll er schon mehrere Menschen mit dem Tod bedroht haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme am Wochenende nicht zu erreichen.