Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern

SPD vor neuer großer Koalition im Norden

Nach ihrem klaren Wahlsieg wird die SPD in Mecklenburg-Vorpommern weiter regieren. Die Partei von Ministerpräsident Erwin Sellering kann sich nach der Landtagswahl aussuchen, mit wem sie regieren will - weiter mit der CDU oder mit der Linkspartei. Sellering will sich vorerst aber nicht auf einen Koalitionspartner festlegen.

"Ich habe gesagt, wir werden Gespräche führen, wir werden sondieren, mit wem mehr sozialdemokratische Politik möglich ist - und das werden wir jetzt als nächstes tun", sagte Sellering am Sonntagabend in der ARD.

Die CDU musste am Sonntag deutliche Verluste hinnehmen, die Linke blieb stabil. Die Grünen ziehen erstmals in den Schweriner Landtag ein und sind damit nun in allen Länderparlamenten vertreten. Die FDP verfehlte im Nordosten die Fünf-Prozent-Hürde klar. Die NPD wird dagegen trotz Verlusten vermutlich wieder in den Landtag kommen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sieht in dem SPD-Wahlsieg "Rückenwind für die Berlin-Wahl in zwei Wochen". Die CDU habe in der Wahlheimat von Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut eine schwere Schlappe hinnehmen müssen.

Nach Angaben des Landeswahlleiters vom späten Abend kommt die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten, Ministerpräsident Erwin Sellering auf 35,7 Prozent der Stimmen. Der bisherige Koalitionspartner CDU erreicht mit Spitzenkandidat Lorenz Caffier 23,1 Prozent und damit das schlechteste Ergebnis überhaupt in der Landesgeschichte. Die Linkspartei kommt auf 18,4 Prozent der Stimmen. Erstmals im Schweriner Landtag vertreten sind die Grünen, die 8,4 Prozent schaffen. Die FDP verpasst hingegen mit 2,7 Prozent den Einzug in das Parlament deutlich. Die rechtsextreme NPD kann wohl 6,0 Prozent verzeichnen. Eine kleine Unsicherheit bleibt jedoch: Nach dem Tod eines CDU-Landtagskandidaten der Insel Rügen wurde die Landtagswahl nur in 35 der 36 Wahlkreise abgehalten. Im verbliebenen Wahlkreis auf Rügen kommt es am 18. September zu einer Nachwahl.

Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel sagte, der starke Zugewinn für die SPD zeige: "Leistung lohnt sich auch in der Politik." CDU-Spitzenkandidat Caffier sagte enttäuscht, die Reformbemühungen der vergangenen Jahre seien nicht gut angekommen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, nannte das Ergebnis "durchwachsen". Er räumte ein, dass die bundespolitische Lage "alles andere als einfach" sei. Dennoch gebe es für die bisherige große Koalition in Schwerin eine eindeutige Mehrheit.