Konflikt

Gaza-Streit: Türkei weist israelischen Botschafter aus

Der seit Monaten schwelende Streit über den israelischen Angriff auf eine türkische Gaza-Hilfsflotte ist eskaliert. Die Türkei wies am Freitag den israelischen Botschafter aus und legte alle Militärabkommen mit Israel auf Eis. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül drohte mit weiteren Schritten.

Israels Botschafter in Ankara, Gabi Levy, hält sich nach israelischen Medienberichten derzeit in seiner Heimat auf. Nach der Ausweisung kann er nicht mehr in die türkische Hauptstadt zurückkehren. Nur Stunden vor der Entscheidung war ein für Ankara unangenehmer UN-Untersuchungsbericht zur blutigen Erstürmung des türkischen Schiffes "Mavi Marmara" mit neun Toten vor 15 Monaten durchgesickert. Darin wird Israels Position in wesentlichen Punkten gerechtfertigt. Die israelische Regierung reagierte zunächst nicht. Sie hatte in der Vergangenheit von Selbstverteidigung gesprochen, weil Aktivisten die Soldaten angegriffen hätten. Israelische Militärs hatten am 31. Mai 2010 die "Mavi Marmara" angegriffen, als sie Hilfsgüter zu den Palästinensern bringen sollte.