Libyen

Gaddafi-Sohn droht den Rebellen mit dem "Kampf bis zum Tod"

Eine Woche nach dem Fall von Tripolis suchen nach Rebellenangaben immer mehr engste Gaddafi-Vertraute ihr Heil in der Flucht oder in Verhandlungen. Nachdem die Ehefrau des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Safija, mit drei Kindern nach Algerien geflüchtet war, sprach der Sohn Al-Saadi nach Angaben der Rebellen vom Mittwoch über Sicherheitsgarantien.

Der Sender CNN berichtete dagegen, der drittälteste Gaddafi-Sohn habe per Mail seinen "Kampf bis zum Tod" angekündigt. Mit Durchhalteparolen würde der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam die Anhänger zum Widerstand aufrufen.

In Gaddafis Heimatstadt Sirte rückt eine Entscheidungsschlacht näher. Die Bevölkerung in der rund 75 000 Einwohner zählenden Küstenstadt sei gespalten, berichtete der Nachrichtensender Al-Dschasira. Eine Hälfte plädiere für Kampf, die andere Hälfte für Kapitulation. Stammesälteste versuchten, die Gaddafi-Truppen wenigstens davon zu überzeugen, dass im Fall eines Kampfes Frauen und Kinder zuvor die Stadt verlassen könnten.

Die Nato will auch nach einem Ende des Militäreinsatzes in Libyen weiter Flagge zeigen. Nato-Soldaten könnten für eine begrenzte Zeit den Luftraum überwachen und Schiffe vor der Küste Libyens kontrollieren. Dies vereinbarten die Vertreter der 28 Nato-Staaten am Mittwoch im Nato-Rat in Brüssel. Eine Entsendung von Bodentruppen kommt dagegen für das Bündnis nicht in Frage.

Weil die humanitäre Lage in der Hauptstadt Tripolis weiter kritisch ist, hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die internationale Gemeinschaft um schnelle Hilfe gebeten.