Religion

Wowereit: Großes Verständnis für Papst-Proteste

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat "großes Verständnis" für die zum Staatsbesuch von Papst Benedikt XVI. angekündigten Proteste gegen die Sexuallehre der katholischen Kirche.

"Ich verstehe, und das ist auch in Ordnung, dass Bürgerinnen und Bürger den Papstbesuch benutzen, um hier darauf aufmerksam zu machen, dass die katholische Kirche mit ihrer Lehre Thesen vertritt, die weit in die zurückliegenden Jahrtausende gehören, aber nicht in die Neuzeit", sagte Wowereit.

"Insofern habe ich großes Verständnis dafür, immer vorausgesetzt, dass diese Proteste im friedlichen und demokratischen Rahmen passieren. Damit muss die katholische Kirche leben", sagte Wowereit. Auf die Nachfrage, ob er damit nicht indirekt zu Demonstrationen gegen den Besuch des Papstes aufruft, sagte Wowereit: "Nein, das tue ich nicht."

Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch sagte, solange es friedlich und respektvoll bleibe, könne die Kirche mit dem Protest leben. Der frühere bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) warnte vor religiöser Intoleranz. Der Papst komme als Staatsoberhaupt zu einem Staatsbesuch. "Da er ein Staatsoberhaupt ist, hat der Regierende Bürgermeister von Berlin sich da herauszuhalten."

Der Papst besucht Deutschland vom 22. bis 25. September. Stationen neben Berlin sind Erfurt, Eichsfeld und Freiburg. Wowereit wird den Papst am 22. September treffen. Vor der Messe im Olympiastadion will sich Benedikt XVI. in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Er werde den Papst gebührend empfangen, sagte Wowereit. "Der Regierende Bürgermeister ist der Regierende Bürgermeister dieser Stadt - und das bedeutet, dass er Staatsgäste so behandelt, wie sie protokollarisch zu behandeln sind. "