Prozessauftakt gegen Torben P.

U-Bahn-Schläger legt Geständnis ab

Der wegen eines brutalen Angriffs auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße angeklagte Torben P. hat zu Beginn des Prozesses ein Geständnis abgelegt. Was er getan habe, sei nicht zu entschuldigen, auch nicht durch Alkohol, sagte der 18-Jährige am Dienstag vor dem Berliner Landgericht.

Er sei im Nachhinein selbst schockiert und entsetzt über sich selbst. Seine Erinnerung an die Tat sei auch lückenhaft. "Meine Tat ist eine Schweinerei und durch nichts zu entschuldigen." Er sowie das Opfer waren zum Tatzeitpunkt betrunken.

Dem Gymnasiasten werden versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er soll am Karsamstag auf dem U-Bahnhof nach einem Streit einen 29-Jährigen mit einer Flasche niedergeschlagen haben. Anschließend trat er dem Mann vier Mal wuchtig auf den Kopf. Ein Passant schritt ein und verhinderte Schlimmeres. Das Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung, mehrere Platzwunden und einen Nasenbeinbruch.

Im abgeschirmten Saal 700 des Berliner Kriminalgerichts standen sich Opfer und Täter nach vier Monaten erstmals gegenüber. "Ich bin nur am Zittern und sehr nervös", schilderte das Opfer seine Gefühle. Eine Entschuldigung des Gymnasiasten lehnt er ab. Einen Brief habe er zurückgeschickt. Das Opfer kann sich an den Angriff nach eigenen Worten nicht erinnern: "Ich kann leider gar nichts dazu sagen." Ein mutmaßlicher Komplize von Torben P. muss sich in dem Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung verantworten. Er soll bei dem Angriff tatenlos zugesehen und den einschreitenden Passanten zusammen mit seinem gleichaltrigen Freund attackiert haben. Auch er legte im Prozess ein Geständnis ab.