Wahlen

Der Super-Bus des Barack Obama

Die einen sahen das schwarze Monstrum einem "Mad Max"-Film entsprungen, andere wähnten Batman mit Großfamilie auf Urlaub: Barack Obamas neuer Wahlkampfbus hat die Fantasie der US-Medien deutlich mehr beflügelt als seine Reden.

Gut 350 Meilen durch drei Staaten des Mittleren Westens hat Obama in der Kreuzung aus Panzer und Reisebus zurückgelegt. Alles an dem Ding, selbst sein Codename, ist geheim. Dafür könnte sich, in Anlehnung an die "The Beast" genannte Präsidentenlimousine, "Big Beast" empfehlen.

Die Republikaner lästerten pflichtgemäß über Obamas "Magical Misery Tour" (Mitt Romney). Neid mag bei den Kritikern eine Rolle spielen: Der 1,1 Millionen teure, vom Secret Service ausgestattete Bus dürfte neben präsidialer Bequemlichkeit mindestens so viel Wehrhaftigkeit wie "The Beast" bieten.

Die 2009 von Cadillac gebaute Limousine lässt sich im Fall eines Gasangriffs luftdicht abschließen; ein Feuerunterdrückungssystem und Sauerstofftanks sind neben reichlich Beuteln mit (vom Präsidenten gespendetem) Blut Standard. Dazu kommen Nachtsichtgerät, Tränengaskanonen und Schrotgeschütze. Statt nun ihrem Präsidenten ein wenig Luxus und Sicherheit zu gönnen, empören sich republikanisch gesinnte Bürger, dass der Bus nicht made in USA ist. Zumindest nicht ganz. Die Firma Prevost im kanadischen Quebec lieferte die Hülle für beide Busse (einer bleibt in Reserve); in Nashville rüstete Hemphill Brothers Coach Co. die Grundeinbauten ein. Es heißt, ein Motor von Detroit Diesel sei geordert worden. Den Rest übernahm der Secret Service, der naturgemäß schweigt.