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Istanbul: 28 türkische Militärs wegen Putschplanung vor Gericht

Istanbul

28 türkische Militärs wegen Putschplanung vor Gericht

In Istanbul ist am Montag der Prozess gegen 28 Militärs wegen des Vorwurfs der Planung eines Militärputsches eröffnet worden. Unter den Angeklagten war der frühere Chef der Militärakademie, Bilgin Balanli, der dieses Jahr eigentlich die Führung der Luftwaffe übernehmen sollte. Wie der Nachrichtensender NTV berichtete, bezeichnete er den Prozess als "feiges Komplott" gegen die Armee. Der Vorsitzende Richter musste die Sitzung vorübergehend unterbrechen, weil das Publikum Balanli applaudierte. Die Staatsanwaltschaft wirft den Soldaten vor, im Rahmen der "Operation Schmiedehammer" eine Serie von Anschlägen vorbereitet zu haben, die Chaos im Land verbreiten sollten, um einen Staatsstreich gegen die religiös-konservative Regierungspartei AKP zu rechtfertigen.

Freiheitskampf

Tibetischer Mönch verbrennt sich aus Protest gegen China

Aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über die Tibeter hat sich am Montag ein buddhistischer Mönch im Südwesten Chinas selbst verbrannt. Der 29-jährige Tsewang Norbu habe sich in Dawu in der tibetischen Präfektur Garze mit Benzin übergossen und angezündet, berichtete die Organisation Free Tibet in einer von London aus verbreiteten Mitteilung. Er habe "Wir Tibeter wollen Freiheit" und "Lasst den Dalai Lama nach Tibet zurückkehren" gerufen. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte den Selbstmord des Mönches aus dem Nyitso-Kloster. Sein Motiv sei unklar, hieß es bei der Staatsagentur. Erst im März hatte sich ein anderer Mönch in Ngaba in der gleichen Gegend selbst verbrannt.

Aachen

Elfjähriger beschwert sich bei Polizei über "Zwangsarbeit"

Aufräumen statt rumhängen: Ein Elfjähriger aus Aachen hat in seiner Not die 110 gewählt und sich bei der Polizei über "Zwangsarbeit" im mütterlichen Haushalt beschwert. Seine Mutter lasse ihn "den ganzen Tag arbeiten" und sauber machen, moserte der Junge nach Angaben der Polizei vom Montag herum. "Den ganzen Tag nur arbeiten hier! Ich hab überhaupt keine Freizeit mehr!", beschwerte sich der Elfjährige bei einem Beamten. Die Mutter betonte später im Gespräch mit dem Polizeibeamten, ihr Sohn halte ihr seit Wochen vor, er müsse zwangsarbeiten und habe wiederholt einen Anruf bei der Polizei angekündigt. Als er jetzt ein paar Papierschnipsel vom Boden aufheben sollte, habe er schließlich zum Hörer gegriffen. Zugleich widersprach die Mutter den Vorhaltungen ihres Sohnes, der offenbar eine Trotzphase durchmacht.