Umstrittene Auftragsvergabe

Wirtschaftsprüfer kritisieren Berlin Partner

Die Vorwürfe gegen die Berliner Dienstleistungsagentur für die Wirtschaft, Berlin Partner, haben sich zum Teil bestätigt. Nach ersten Erkenntnissen der eingesetzten Wirtschaftsprüfer gibt es bei der Auftragsvergabe an den Ehemann einer Mitarbeiterin des Unternehmens Hinweise auf ein Fehlverhalten.

Auch die Titelangabe des Berlin-Partner-Chefs René Gurka bei seinem Dienstantritt könnte sich demnach als falsch erweisen. Gurka hat den Titel "Bachelor of Law" inzwischen abgelegt. Ein erster Zwischenbericht über die untersuchten Vorwürfe soll Mitte der Woche vorliegen, kündigte der Aufsichtsratschef von Berlin Partner, Peter Zühlsdorff, an. Dagegen haben die Prüfer bislang keine Hinweise auf ein Fehlverhalten des Berlin-Partner-Chefs und seiner Mitarbeiter auf einer Moskau-Reise im Frühsommer dieses Jahres, wie es in einem anonymen Schreiben dargestellt war.

In dem Schreiben, das der Berliner Morgenpost vorliegt, wird Berlin Partner und seinem Chef Fehlverhalten vorgeworfen. Der Aufsichtsrat hatte daraufhin die Wirtschaftsprüfer von KPMG mit einer Sonderprüfung beauftragt. KMPG ist allerdings über die Berlin Partner Holding an dem Unternehmen beteiligt.

Berliner Politiker fordern unterdessen eine umfangreiche Aufklärung der Vorwürfe. Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) soll demnach darlegen, was er in der Vergangenheit unternommen hat, um die Abläufe bei Berlin Partner zu kontrollieren. Berlin Partner soll als Dienstleister ein Ansprechpartner für Berliner Unternehmen sein und interessierten Firmen bei einer Ansiedlung in der Hauptstadt Hilfestellung leisten.