Lebenserwartung

Gelsenkirchener sterben früher

Garstige Zeitgenossen werden wohl die schwankenden Leistungen des Bundesligisten FC Schalke 04 dafür verantwortlich machen: Wer als Mann lange leben möchte, sollte besser nicht in dessen Heimatstadt Gelsenkirchen ziehen. Dort haben Männer lediglich eine Lebenserwartung von 74,9 Jahren. Gelsenkirchen liegt damit auf dem letzten Platz unter 50 deutschen Großstädten.

Freiburg im Breisgau dagegen ist für Männer offenbar die gesündeste deutsche Großstadt. Das stellte das Männer-Lifestylemagazin "Men's Health" bei einer Auswertung von aktuellen Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) fest. Danach haben die Freiburger Männer mit 79,5 Jahren die höchste durchschnittliche Lebenserwartung in ganz Deutschland. Die Berliner liegen bei dieser Statistik im Mittelfeld auf Platz 18 (gleichauf mit Nürnberg) und werden im Schnitt immerhin 77,8 Jahre. In Potsdam sind es übrigens genau 79 Jahre. Das BBSR erfasste die Altersangaben der im Jahr 2008 gestorbenen Menschen. Dies seien die aktuellsten Daten, sagte ein Institutssprecher am Montag.

Die geringe Lebenserwartung in Gelsenkirchen erklärt der Rostocker Demografieprofessor Roland Rau laut "Men's Health" mit berufsbedingten gesundheitlichen Gefahren. Es sei kein Wunder, dass Gelsenkirchen als klassische Industriestadt so schlecht abgeschnitten habe. Entscheidend für das Erreichen eines hohen Alters sei aber nicht der Wohnort, sondern der individuelle Lebensstil. Gesunde Ernährung und reichlich Sport seien wichtig, erklärte Rau. In Freiburg etwa gebe es viele gebildete Männer mit gutem Verdienst, die in der Regel deutlich gesünder lebten.

Zum Einfluss der Fußball-Situation der jeweiligen Stadt auf die Lebenserwartung äußerte sich Rau nicht. Der dürfte wahrscheinlich auch nicht so eine große Rolle spielen. Schließlich verwöhnen Hertha BSC, der 1. FC Nürnberg und der SC Freiburg ihre Fans nun auch nicht durchweg mit stressfreien Spielen.