Betrug

Schwere Vorwürfe gegen Management von Berlin Partner

Der Aufsichtsrat der Gesellschafter Berlin Partner hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beauftragt, das Geschäftsgebaren der Berlin-Werber und den Geschäftsführer René Gurka zu überprüfen.

Bereits seit Dienstag befinden sich die Prüfer in den Räumen der Gesellschaft. "Mitte dieser Woche soll ein erster Zwischenbericht vorliegen", sagte der Aufsichtsratschef von Berlin Partner, Peter Zühlsdorff. Neben dem Vorwurf der Direktvergabe von Aufträgen an die Firma des Ehemannes einer Berlin-Partner-Mitarbeiterin, soll es auch um die Klärung anderer Vorwürfe gehen.

Bei der Sonderprüfung durch KPMG geht es demnach auch um die Frage nach Gurkas Universitätsabschluss. Der Titel "Bachelor of Law", den Gurka ursprünglich in seiner Biografie angegeben hat, fehlt inzwischen auf der Homepage von Berlin Partner. Der Titel soll erst kürzlich aus seinen Lebensläufen und Berlin-Partner-Veröffentlichungen gelöscht worden sein. Gurka wollte sich vor dem Hintergrund der laufenden Überprüfung dazu nicht äußern. Sein Sprecher Christoph Lang sagte: "Die Untersuchung aufgrund des anonymen Briefs läuft und wird von der Geschäftsführung unterstützt."

Die Industrie- und Handelskammer (IHK), die fünf Prozent der Anteile an Berlin Partner hält, ist nach eigenen Angaben über die Sonderprüfung informiert. "Wir sind an einer vollständigen Klärung interessiert", sagte IHK-Sprecher Bernhard Schodrowski. Berlin Partner ist ein Dienstleister für Unternehmen, die sich in Berlin ansiedeln wollen, und berät Berliner Firmen, die in anderen Regionen aktiv werden wollen. 45 Prozent des Unternehmens hält die Investitionsbank Berlin (IBB), 40 Prozent der Anteile besitzt die Holding Partner für Berlin. An der Holding sind 50 Berliner Unternehmen beteiligt.