Harte Strafen

England: Randalierer sollen keine Sozialhilfe mehr bekommen

Der britische Premierminister David Cameron hat seine Unterstützung für die Forderung geäußert, Randalierern staatliche Hilfen zu entziehen. Wer "seine eigene Gemeinde ausraube und ausplündere", solle nicht länger das Recht haben, in Sozialwohnungen zu leben, sagte Cameron am Freitag dem Fernsehsender BBC.

Offenkundig müssten sie dann eine Wohnung auf dem freien Markt finden.

Der konservative Regierungschef verfolgt damit weiterhin eine harte Linie gegen die Randalierer und Plünderer, die vier Tage in Folge in London, Manchester und Birmingham für Chaos gesorgt hatten. Die Ausschreitungen hatten zu einer Welle öffentlicher Empörung geführt. Bis Freitag unterzeichneten 160 000 Menschen eine Online-Petition, die fordert, allen wegen ihrer Beteiligung an den Unruhen Verurteilten ihre staatlichen Leistungen zu streichen. Die Petition soll im September im Parlament diskutiert werden. Allein in London wurde laut Polizei nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage mittlerweile gegen mehr als 700 Personen Anklage erhoben.

Unterdessen setzt die britische Regierung auf Expertenhilfe aus den USA. Cameron bat den früheren New Yorker Polizeichef Bill Bratton um beratende Unterstützung im Kampf gegen Straßen-Gangs. Eine Woche nach dem Beginn der Ausschreitungen blieb die Polizei am Sonnabend trotz der Beruhigung der Lage mit einem Großaufgebot in den betroffenen Städten präsent. Trotz der Ausschreitungen hält die Regierung an den Plänen für einen massiven Stellenabbau bei der Polizei fest. An der Polizeireform werde nicht gerüttelt, bekräftigte Finanzminister George Osborne.