Militär

Wikileaks-Dokumente: Italien hat Taliban Schutzgeld gezahlt

Für die Sicherheit seiner Soldaten in Afghanistan soll Italien nach Wikileaks-Informationen an die radikal-islamischen Taliban jahrelang Schutzgeld gezahlt haben.

Über ihren Botschafter in Rom, Ronald Spogli, habe die US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush im Jahr 2008 mehrfach ihre Sorge über entsprechende Gerüchte geäußert, berichtete die italienische Wochenzeitung "Espresso" unter Berufung auf drei diplomatische Geheimdokumente, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht worden waren.

Zur Entscheidung Italiens, Truppen in den Westen Afghanistans zu schicken, kabelte der Botschafter demnach im Oktober 2008: "Leider wird die Bedeutung dieses Beitrags (für den Nato-Einsatz) durch den sich weiter verschlechternden Ruf der Italiener gefährdet, die Kämpfe vermeiden, Lösegelder und Bestechungsgelder zahlen, um Schutz zu erhalten." Dieser Ruf gründe sich auf Gerüchten, aber auch auf Geheimdienstinformationen, "die wir nicht völlig verifizieren können". Als ein Indiz wertete Washington die offenbar geringe Zahl von Angriffen auf die italienischen Truppen. "Ich habe das Problem Berlusconi geschildert. Er hat mir versichert, nichts davon zu wissen und dass er es unterbunden hätte, wenn Beweise vorgelegen hätten", kabelte Spogli. 2009 konnten die Gerüchte zerstreut werden.