Tiere

Der Panther von der Toskana-Fraktion

Ein unscharfes Bild lieferte den Beweis: In der Toskana streift ein Schwarzer Panther umher. Das Raubtier war in eine Fotofalle getappt, die Wildhüter nahe der Stadt Massa Marittima aufgestellt hatten.

Bereits am Sonntag alarmierte eine Familie die Behörden, dass ein dunkles Raubtier um ihr Anwesen nahe dem mittelalterlichen Dörfchen Prata streife. Ein Einwohner berichtete zudem von einer Wildkatze, die zusammengerollt auf dem Ast eines Baums in seinem Garten schlief.

Eigentlich sind Panther in Asien oder Afrika zu Hause. Ist das Tier aus einem Zoo entlaufen? Aus einem Zirkus? Oder auch aus dem Privatgehege eines einflussreichen Mafia-Bosses, der sich über Einfuhrbestimmungen hinwegsetzen kann? Fest steht jedenfalls, dass der Toskana-Panther in seiner neuen Heimat nicht untätig ist. Ein Einwohner erzählte der Zeitung "Il Tirreno", ihm sei aufgefallen, dass rund um sein Grundstück in den vergangenen Wochen deutlich weniger Wildschweine und Rehe unterwegs gewesen seien als üblich. Jetzt soll der Panther mithilfe von Ködern eingefangen werden.

Das noch namenlose Raubtier ist bei Weitem nicht der erste tierische Sonderling, der das Sommerloch veritabel füllt. "Killerwels" Kuno soll 2001 in einem Weiher in Mönchengladbach einen arglos am Ufer schnüffelnden Dackelwelpen verschlungen haben. In Bayern hält derzeit die entlaufene Waldkuh Yvonne die Behörden auf Trab. Alle bisherigen Versuche, sie in die Falle zu locken, schlugen fehl. Da Yvonne als wandelnde Gefahr für den Straßenverkehr gilt, erwägt das Landratsamt Mühldorf, ihr das gleiche Schicksal zukommen zu lassen wie seinerzeit "Problembär" Bruno. Der wurde 2006 zum Abschuss freigegeben und erlegt. Ähnlich könnte es nun auch dem Toskana-Panther ergehen.