Schuldenkrise

Angst vor Chaos an den Märkten wächst

Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA hat weltweit die Furcht vor einem weiteren Absturz der Börsen geschürt. Regierungsvertreter und Notenbanker der führenden Industrie- und Schwellenländer berieten am Sonntag in Telefonkonferenzen über Möglichkeiten, die Finanzmärkte zu beruhigen.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) schaltete sich am Sonntagabend zu einer Sondersitzung zusammen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bekräftigten ihr Engagement zur Stabilisierung der Finanzmärkte. Die von den Staats- und Regierungschefs des Euro-Währungsgebiets und von den Institutionen der Europäischen Union am 21. Juli gefassten Beschlüsse sollten zügig umgesetzt werden, hieß es in dem am Sonntagabend verbreiteten Kommuniqué.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte den USA am Freitagabend nach Börsenschluss die Bestnote AAA entzogen, die das Land zuvor sieben Jahrzehnte gehalten hatte. In der Begründung kritisierte S&P den hohen Schuldenstand sowie den Dauerstreit zwischen Demokraten und Republikanern. Ungeachtet der Rücktrittsforderungen der Republikaner will US-Finanzminister Timothy Geithner im Amt bleiben.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet deutete nach der Telefonkonferenz am späten Sonntagabend an, dass über den Ankauf von italienischen und spanischen Staatsanleihen entschieden wurde. Die EZB wolle ihr Anleihenkaufprogramm "aktiv umsetzten", teilte Trichet mit.