Kriminalität

Größte Hacker-Serie aufgedeckt

Sicherheitsexperten haben die bisher größte Serie von Hackerangriffen auf Regierungen, Konzerne und Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN) aufgedeckt. Auch ein deutsches Wirtschaftsprüfer-Unternehmen zähle zu den 72 Opfern der vergangenen fünf Jahre, teilte die Sicherheitsfirma McAfee mit.

Hinter den Attacken, die sich mit 49 Fällen vor allem gegen US-Ziele richteten, stecke vermutlich ein Staat. McAfee benannte das verdächtige Land zwar nicht, Sicherheitsexperten spekulierten jedoch über China als Drahtzieher. Das Land ist in der Internetspionage sehr aktiv.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn erklärte, es prüfe den Bericht. Zugleich warnte es private Nutzer erneut vor den Gefahren des Identitätsdiebstahls im Internet. Es riet dazu, Firewalls und Virenschutzsoftware einzusetzen und regelmäßig zu aktualisieren. Der Branchenverband Bitkom forderte, die staatlichen Stellen müssten künftig noch enger mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Das kürzlich eröffnete Cyber-Abwehrzentrum müsse schnell ausgebaut werden, um im Krisenfall selbst eingreifen und umfassende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

McAfee erklärte, zu den Opfern des Langzeitangriffs zählten die Regierungen der USA, Taiwans, Indiens, Südkoreas, Vietnams und Kanadas. Außerdem hätten sich die Attacken gegen das UN-Sekretariat in Genf, die Organisation Südostasiatischer Staaten (Asean) das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Welt-Antidoping-Behörde gerichtet. "Sogar wir waren überrascht von der ungeheuren Vielfalt der Opfer und entsetzt über die Dreistigkeit der Angreifer", schrieb der Vizepräsident von McAfee, Dmitri Alperovitch, in seinem Bericht.

Was mit den Daten geschehe, sei unklar. "Sollte allerdings nur ein Bruchteil davon genutzt werden, um bessere Konkurrenzprodukte zu bauen oder einen Wettbewerber bei Verhandlungen zu schlagen, dann bedeutet der Verlust eine massive wirtschaftliche Bedrohung."