Norwegen

Kritik an Arbeit der Polizei nach Oslo-Attentat

Nach den Anschlägen in Oslo und Utøya hat der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Land angekündigt. Nach den Ermittlungen und einer gewissen Zeit der Trauer werde die Reaktion der Polizei auf die Anschläge untersucht, kündigte Stoltenberg an.

Ob er eine grundlegende Reform der norwegischen Sicherheitskräfte ins Auge fasst, ließ der sozialdemokratische Regierungschef offen. Er bekräftigte aber erneut, dass sich sein Land von den Angriffen "nicht einschüchtern" lassen werde. "Wir werden unsere Werte weiter entschlossen verteidigen."

Der 32-jährige Rechtsextremist Anders Behring Breivik hatte 76 Menschen getötet, darunter 68 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendcamps auf der Insel Utøya. Stunden vorher waren durch einen von ihm verübten Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo acht Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei steht wegen der langen Zeit, die sie brauchte, um auf die Insel zu kommen, in der Kritik. Als eine erste Konsequenz werden die Polizeikräfte in den beiden Anschlagsgebieten verstärkt. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizeigewerkschaft will das Justizministerium umgerechnet rund 2,6 Millionen Euro für zusätzliche Stellen zur Verfügung stellen.

Unterdessen wurde der Hauptbahnhof in Oslo zeitweise evakuiert, nachdem ein herrenloses Gepäckstück gefunden worden war. Nach Untersuchungen mit einem Roboter stellte sich die Tasche allerdings als harmlos heraus.