Terror

Verteidiger hält Breivik für geisteskrank

Der Attentäter von Oslo sieht sich nach den Worten seines Anwalts selbst als Krieger und ist wahrscheinlich geisteskrank. "Er hasst alle westlichen Vorstellungen und demokratischen Werte", sagte Geir Lippestad.

"Er denkt, dass das der Beginn eines Krieges ist, der 60 Jahre dauern wird", versuchte er, die Gemütslage von Anders Behring Breivik zu erklären. "Er führt diesen Krieg und ist irgendwie stolz darauf. Die ganze Sache deutet darauf hin, dass er geisteskrank ist."

Breiviks Vater zeigte sich entsetzt über die Tat seines Sohnes. "In meinen dunkelsten Momenten denke ich, er hätte sich besser selbst das Leben nehmen sollen, anstatt all diese Menschen umzubringen." Sein Sohn müsse geisteskrank sein, sagte auch er dem Fernsehsender TV2.

Ob Anders Behring Breivik im Strafprozess tatsächlich auf geisteskrank plädieren werde, sei noch offen, sagte Lippestad. Das könnte schwierig sein, weil sein Mandant denke, er sei "der einzige, der die Wahrheit verstehe". Breivik wolle viel lieber eine Diktatur haben als eine Demokratie. "Er sagt, es tue ihm leid, dass er das habe tun müssen, aber es sei nun einmal notwendig gewesen."

Am Montagabend hatten Hunderttausende Norweger in Oslo und anderen Städten mit "Blumenzügen" der Opfer der beiden Terroranschläge gedacht. Am Mittag verharrten die Menschen bei einer Schweigeminute. Überall im Land ließen die Bürger die Arbeit ruhen, Züge hielten an, in der Hauptstadt Oslo ruhte der Straßenverkehr.