EU-Gipfel

Merkel: Keine schnelle Lösung für Euro-Krise

Kurz vor dem Euro-Sondergipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Hoffnungen auf durchgreifende Entscheidungen für die eskalierende Euro-Schuldenkrise gedämpft.

Das Euro-Stabilitätsproblem sei nicht mit "einem spektakulären Schritt" zu lösen. Es bedürfe vielmehr eines "kontrollierten und beherrschbaren Prozesses", sagte Merkel bei der Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedjew am Dienstag in Hannover. Auch vom Euro-Gipfel der Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag in Brüssel sei kein solcher "abschließender großer Schritt" zu erwarten.

An den Märkten wirkten die Äußerungen wie eine kalte Dusche; heftige Kursreaktionen blieben aber aus. Von dem Krisengipfel werden Beschlüsse zu einem zweiten Hilfspaket für das pleitebedrohte Athen erhofft, aber auch eindeutige Signale zur Lösung der Euro-Schuldenkrise. In den Streit über eine Bankenbeteiligung kommt kurz vor dem Gipfel offensichtlich Bewegung. Wie EU-Diplomaten berichteten, sind die Euro-Länder um eine Entschärfung des Konflikts bemüht. Es gebe wachsende Unterstützung für eine Finanzsteuer, die die Banken zahlen sollen. Damit solle vermieden werden, dass Ratingagenturen einen kompletten oder teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands ausrufen. Allerdings gilt solch ein Modell nicht als kurzfristig umsetzbar, da es erst in den Mitgliedsstaaten beschlossen werden müsste. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler wandte sich gegen den Kauf griechischer Staatsanleihen durch den Rettungsschirm EFSF. Auch Eurobonds dürfe es nicht geben, sagte der FDP-Vorsitzende und Vizekanzler