WM-Begeisterung

Moskau plant sein Sommermärchen

Viktor Subkow ist Vizeregierungschef von Russland. Und er ist ein großer Fußballfan. Zenit St. Petersburg ist sein Lieblingsverein.

Natürlich schaut er auch gern zu, wenn die russische Nationalmannschaft spielt. "Fußball ist das wahre Leben", sagt Subkow und denkt schon an das Jahr 2018. Dann nämlich wird Russland die Fußball-WM ausrichten. Die Erwartungen an das sportliche Großereignis sind groß. So groß, dass der Petersburger Dialog, auf dem sich in Wolfsburg wie jedes Jahr deutsche und russische Experten austauschen, einen WM-Workshop ins Leben gerufen hat. Die sogenannte Zukunftswerkstatt widmet sich ausschließlich der Frage, was Russland von Deutschland lernen kann.

Erst vor gut einem halben Jahr hat Russland den WM-Zuschlag erhalten. In 13 Städten von Jekaterinburg bis Sotschi sollen nun große Stadien entstehen. Geplant sind 64 Spiele in 31 Tagen. Flughäfen und Bahnhöfe müssen ausgebaut, neue Straßen angelegt und Hotels gründlich renoviert werden. Subkow erhofft sich durch die WM einen gewaltigen Modernisierungsschub für sein Land.

Vor allem aber soll das Image Russlands in der Welt aufpoliert werden. Denn die russische WM-Bewerbung war von Korruptionsvorwürfen begleitet. Oppositionelle warnen, die Bevölkerung im Land könnte sich "verhöhnt" fühlen, wenn mit viel Geld die Fußball-WM ausgerichtet, der Lebensstandard der Menschen aber nicht verbessert wird. Solche "Schwarzmalerei" will Subkow jetzt aber gar nicht hören. Er hofft, die WM werde die Nation in einem Freudentaumel zusammenschweißen. Russland träumt bereits von einem Sommermärchen - ganz so wie 2006 in Deutschland.