Gesundheit

Neuseeland will den Tabak verbieten

In einer idealen Welt gibt es keine Kriege mehr, keine Hungersnöte und keine Seuchen. In Neuseeland sind die Kriterien etwas einfacher gestrickt. Da würde es schon reichen, wenn es keinen Tabak mehr gäbe.

Dabei haben es Raucher sowieso nicht mehr leicht. Die Warnhinweise auf den Schachteln vor Lungenkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt werden immer dramatischer - wer raucht, hat weniger vom Leben. Und wer sich in einem öffentlichen Gebäude, einer Wohnung von Freunden oder in einem Restaurant traut, eine Zigarette anzuzünden, wird von den Umstehenden beäugt, als hätte er eine Waffe auf sie gerichtet.

Doch Neuseeland reicht das nicht. Dort soll der Tabak bis 2025 ganz verboten werden. Das sagte die zuständige Staatsministerin im Gesundheitsministerium, Tariana Turia, am Freitag. Der erste Schritt: Zigaretten und Zigarren werden zu Bückware. Das Parlament verabschiedete ein Gesetz, wonach Tabakprodukte nicht mehr auf Regalen ausgestellt werden dürfen. Die Verbannung unter den Ladentisch sei nur ein Schritt auf dem Weg zu einem totalen Verbot, sagte Turia. "Nie wieder werden Menschen in eine Molkerei gehen, um Milch und eine Zeitung zu kaufen, nur um dort mit einer Wand aus Zigaretten konfrontiert zu werden", so Turia weiter. Und wer Minderjährigen künftig Zigaretten verkauft, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen. 10 000 neuseeländische Dollar sieht das Gesetz vor, das sind fast 6000 Euro. Der nächste Schritt sind blanke Verpackungen, bevor der Tabak schließlich ganz verschwinden soll. Für Turia eine "ideale Welt".