Pfändung

Thailand und der Flieger des Prinzen

Für den Insolvenzverwalter von Walter Bau war die Sache klar: Seiner Ansicht nach schuldet Thailands Regierung dem seit 2005 insolventen Konzern noch Geld.

30 Millionen Euro für eine Autobahn, um genau zu sein - seit 20 Jahren. Wie berichtet, hat er sich deshalb kurzerhand einen Gerichtsbeschluss besorgt und eine Boeing 737 der Royal Thai Airforce auf dem Münchner Flughafen pfänden lassen - was jetzt für diplomatischen Zündstoff sorgt.

Inzwischen ist nämlich sogar der Außenminister des Landes, Kasit Piromya, auf dem Weg nach Deutschland, um die Maschine loszueisen. Ein deutsches Gericht müsse "dringend" die Pfändung zurücknehmen. Die Sicherstellung sei "aus rechtlicher Sicht ein riesiger Fehler". Kasit soll heute Außenamts-Staatsministerin Cornelia Pieper (FDP) treffen.

Für die thailändische Regierung ist die Angelegenheit delikat. Denn die Maschine gehört angeblich nicht - wie Insolvenzverwalter Werner Schneider annimmt - der Regierung, sondern Kronprinz Maha Vajiralongkorn. Das thailändische Königshaus habe mit der Angelegenheit "nichts zu tun", so Kasit. "Dieser Irrtum beruht offensichtlich auf Fehlinformationen des deutschen Justizsystems durch den Kläger", heißt es seitens der Regierung verschnupft. Kasit warnt zudem vor negativen Folgen des Vorfalls auf das deutsch-thailändische Verhältnis. "Wenn es zu lange dauert, könnte das die Gefühle der Thailänder gegenüber den Deutschen und gegenüber Deutschland beeinträchtigen, weil dies mit der Monarchie zu tun hat." Thailands Königshaus ist in dem Land sehr beliebt.

Insolvenzverwalter Schneider ist das egal. Die Situation sei unverändert, sagte eine Sprecherin. "Wir warten auf die Überweisung."