CDU

Merkel kandidiert für dritte Amtszeit - SPD diskutiert noch

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zur Mitte der Legislaturperiode Klarheit geschaffen: Sie tritt für eine dritte Amtsperiode an.

"Ich hoffe doch, dass ich einen Gegenkandidaten von der SPD bekomme", sagte die CDU-Chefin in einem "Sat.1"-Interview und spielte damit auf die Diskussion bei den Sozialdemokraten über den nächsten Kanzlerkandidaten an. Merkel sagte dazu: "Wer das sein wird, das wird die SPD sicherlich rechtzeitig entscheiden. Mir sind alle, die in der öffentlichen Diskussion sind, schon bekannt. Insofern warten wir es einfach mal ab."

Neben SPD-Chef Sigmar Gabriel gelten bei den Sozialdemokraten Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und im Falle seiner Wiederwahl auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit als mögliche Kanzlerkandidaten. Als Favorit gilt Steinbrück.

Gabriel mahnte dagegen in der K-Frage zur Besonnenheit. Mit der Diskussion über Steinbrück werde ein "Ersatz" für den nach der Plagiatsaffäre zurückgetretenen Verteidigungsminister und einstigen Medien-Star Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gesucht, sagte der SPD-Chef. Steinbrück sei gerade "superpopulär". Ein "Hype" helfe seiner Partei aber nicht weiter, so Gabriel.

Gleichzeitig versucht die Union zur Halbzeit ihrer schwarz-gelben Koalition, die schlechten Umfragewerte herunterzuspielen. Dem neuen ARD-Deutschlandtrend zufolge ist die Union mit 32 Prozent auf ein neues Jahrestief gefallen. Merkel würde bei einer Direktwahl zudem gegen Steinbrück und Steinmeier verlieren. CSU-Chef Horst Seehofer sagte, solche Werte seien zu diesem Zeitpunkt ganz natürlich. Aus der CDU kam aber vorsichtige Kritik am Parteikurs und der Ruf nach klaren Botschaften.