Medien

Britisches Massenblatt wird nach Abhöraffäre eingestellt

Das Medienimperium News Corp. von Rupert Murdoch zieht Konsequenzen aus dem ausufernden Abhörskandal beim Boulevardblatt "News of the World": Die seit 1843 existierende britische Zeitung werde am Sonntag letztmalig erscheinen, teilte der Konzern überraschend am Donnerstag mit.

In den letzten Tagen waren ständig neue Vorwürfe gegen Journalisten von "News of the World" an die Öffentlichkeit gelangt. Sie sollen Tausende Telefone abgehört haben, unter anderem von Verwandten getöteter britischer Soldaten, von vermissten Kindern und den Todesopfern der Bombenanschläge 2005 in London. Sollten die Beschuldigungen wahr sein, sei das Verhalten der Journalisten unmenschlich gewesen, betonte James Murdoch, der Verwaltungsratsvorsitzende von News International. Für sie gebe es "keinen Platz in unserem Unternehmen", sagte der Sohn des Imperiumsgründers.

Erst am Mittwoch forderte der britische Premierminister David Cameron eine umfassende Untersuchung der Affäre. Ein Sprecher Camerons betonte nach Bekanntgabe der Schließung, die Verantwortlichen für das Fehlverhalten müssten vor Gericht gestellt werden.