Überfall

Postraub im Bundestag

Am Nachmittag hatte der Innenausschuss des Deutschen Bundestags den Abgeordneten eine Diätenerhöhung bewilligt.

Am Mittwochabend ging es dann auch einem Besucher darum, mehr Geld zu bekommen: Gegen 19 Uhr überfiel ein bislang unbekannter Täter die Postfiliale im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus an der Spree, das das wissenschaftliche Dienstleistungszentrum des Bundestages beherbergt. Wie ein Sprecher der Berliner Polizei bestätigte, sei es dem unbekannten Täter vermutlich um Bargeld und Briefmarken gegangen. Bundestagssprecher Christian Hoose sagte der "Morgenpost", der Mann habe eine Angestellte der Postfiliale mit einem nicht näher identifizierten Gegenstand niedergeschlagen. Nach Auskunft der Polizei befanden sich zum Zeitpunkt des Überfalls noch Abgeordnete und Bundestags-Bedienstete im Gebäude, doch offenbar ließ sich der Täter davon nicht abschrecken.

Genauere Angaben zur Beute und zum Tathergang konnte die Polizei bis zum späten Abend nicht machen, da sich die verletzte Angestellte noch zur Behandlung im Krankenhaus befand und nicht vernommen werden konnte. Bei der sofort gestarteten Suche nach dem Täter wurden nicht nur das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, sondern auch das angrenzende und mit einem Gang verbundene Paul-Löbe-Haus durchsucht. Letzteres hat 1700 Räume. Die Hoffnungen, dass der Täter sich in einem davon versteckt, waren allerdings eher gering.

In die Ermittlungen hat sich bereits am Mittwochabend eine Rufbereitschaft des Raubkommissariats des Landeskriminalamts eingeschaltet, um die Bundestagspolizei zu unterstützen.