Kriminalität

Berlin: Zahl der Straftaten steigt deutlich

In Berlin ist die Zahl der Straftaten in den ersten fünf Monaten stark angestiegen. Bis Ende Mai des laufenden Jahres sind in der Hauptstadt nach einer Polizeistatistik insgesamt 210 383 Straftaten angezeigt worden. Das sind 21 412 Anzeigen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - ein Plus von 11,3 Prozent.

Besonders markant ist der vehemente Anstieg bei Wohnungseinbrüchen. Im laufenden Jahr wurden in den ersten fünf Monaten 3708 Einbrüche registriert. Damit setzt sich der Trend mit einem Anstieg um 45,5 Prozent im Vergleich zu 2010 fort, über den die Berliner Morgenpost in einem Beitrag berichtet hatte.

Auch die Behörde ist sich der Brisanz bewusst: "Die Berliner Polizei wird ihre intensiven Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Deliktfelds fortführen, um diese Zahlen wieder zu verringern", heißt es in einer Pressemitteilung, ohne jedoch genauer auf das Wie einzugehen. Bei der Aufklärung dieser Straftaten sei man besonders auf die Mitwirkung der Bevölkerung angewiesen. Die Abwesenheit der Wohnungsinhaber beispielsweise während des Urlaubs sollte für Außenstehende möglichst nicht erkennbar sein.

Die Zahlen zeigen auch einen dramatischen Anstieg beim Diebstahl von Fahrrädern auf 7557 Fälle (plus 45,6 Prozent) sowie bei Brandstiftungen (547 Fälle, plus 22,6 Prozent). Als mögliche Ursache für die Steigerung beim Fahrraddiebstahl verweist die Polizei auf die Zunahme des Fahrradverkehrs und schlechte Sicherungen gegen Diebe.

Bei den Brandstiftungen sind es vor allem die Fälle in Wohnhäusern sowie angezündete Müllcontainer, die die Zahlen in diesem Jahr in die Höhe schnellen ließen. Alarmierend ist die Zahl der Brandstiftungen in Treppenhäusern: 163-mal wurden Kinderwagen, Sperrmüll oder Papierkörbe angezündet. Möglicherweise gibt es dabei viele "Trittbrettfahrer". Denn laut Polizei sei die Zahl der Brandstiftungen besonders nach dem schweren Brand angestiegen, bei dem drei Menschen ums Leben gekommen waren. Inzwischen gehe die Zahl der Brandstiftungen aber wieder zurück.

Zudem wurden bis Ende Mai bei 51 Brandanschlägen 57 Autos angezündet. Zum 1. Juli sind es bereits 81 Anschläge mit 101 beschädigten Autos. Im Vorjahr waren es 16 Anschläge mit insgesamt 22 angezündeten Fahrzeugen. Insbesondere nach dem diesjährigen 1. Mai nahm die Zahl zu. Dabei wurden immer auch weitere Fahrzeuge beschädigt oder zerstört.

Einen positiven Trend verzeichnet die Kriminalstatistik auch: Die Jugendgruppengewalt ist deutlich zurückgegangen. Mit insgesamt 901 angezeigten Straftaten liegt die jüngste Bilanz um 29,3 Prozent unter dem Niveau von 2010. Grund sei die Arbeit des Bereichs Operative Gruppe Jugendgruppengewalt in den Direktionen, so die Polizei. Sie trage ebenso zu dem Erfolg bei wie das seit mehreren Jahren erfolgreiche "Intensivtäterkonzept".

Die Zahl der Raubüberfälle ist konstant geblieben. Insgesamt wurden 2673 Raubdelikte angezeigt. Ebenso verhält es sich bei Körperverletzungen und Raubtaten, die in öffentlichen Verkehrsmitteln begangen wurden. So wurden dort 1236 Körperverletzungen und 299 Raubtaten verübt. Aufsehen erregten zwei Überfälle auf den Bahnhöfen Lichtenberg und Friedrichstraße, bei denen zwei junge Männer von mehreren Jugendlichen brutal zusammengeschlagen worden waren.