Nahverkehr

Senat streitet über schärferes Alkoholverbot in der BVG

Der Berliner Senat kann sich in der Streitfrage über ein striktes Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr nicht einigen.

Nach CDU-Chef Frank Henkel und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hatte sich auch Innensenator Ehrhart Körting (SPD) für eine Ausdehnung des Alkoholverbots auf die U-Bahnhöfe ausgesprochen. Finanzsenator und BVG-Aufsichtsratschef Ulrich Nußbaum (parteilos) wies die Forderung am Freitag jedoch zurück. Eine Verschärfung der Hausordnung sei nicht nötig, sagte Nußbaum und unterstützte damit BVG-Chefin Sigrid Nikutta, die Trinker ebenfalls weiter dulden will, solange sie "sich angemessen verhalten". "Wer sich nicht ordentlich benimmt, hat auf den Bahnhöfen nichts zu suchen. Da hat der Kollege Körting auch jetzt schon alle Möglichkeiten, Polizei zu schicken", sagte Nußbaum. Wer in Bussen, Bahnen oder Stationen trinkt und andere Fahrgäste belästigt, muss künftig aber mit einer konsequenteren Durchsetzung der Hausordnung rechnen. Möglich wird das durch eine Verstärkung des Sicherheitspersonals. Bei der BVG sind laut Nikutta seit Freitag jederzeit 170 Mitarbeiter privater Wachdienste im Einsatz. Nachts kommen 40 Sicherheitsleute hinzu. Bisher waren 120 Wachleute im Einsatz, ohne nächtliche Verstärkung. Nikutta und Nußbaum informierten sich zudem in dieser Woche in London, wie die Verkehrsbetriebe dort mit den Sicherheitsproblemen in der U-Bahn umgehen.