Gedenken

Berlin trauert um früheren Erzbischof Kardinal Sterzinsky

Politiker und Kirchenvertreter haben am Donnerstag mit Trauer und Betroffenheit auf die Nachricht vom Tod des ehemaligen Berliner Erzbischofs Kardinal Georg Sterzinsky reagiert.

Papst Benedikt XVI. würdigte die Verdienste Sterzinskys um das Zusammenwachsen des Erzbistums Berlin nach dem Fall der Mauer. Es sei Sterzinskys Aufgabe gewesen, "das ehemals politisch geteilte Erzbistum in der Zeit des Falls der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung als Bischof aller zu einen". Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach von einem "herausragenden Vertreter der katholischen Kirche" in der Stadt. Er habe "mit seiner ganzen Individualität" für "verlässliche Zusammenarbeit und für ein gutes Verhältnis der verschiedenen Kirchen und Religionsgemeinschaften" gestanden. Sterzinsky war am frühen Donnerstagmorgen im Alter von 75 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schrieb in einem Kondolenzbrief an die Deutsche Bischofskonferenz, mit seinem Tod verliere die katholische Kirche eine "bedeutende Persönlichkeit", die sich über den kirchlichen Bereich hinaus hohes Ansehen erworben habe. Die Bischofskonferenz erklärte, Stadt und das Erzbistum Berlin hätten einen "engagierten, umsichtigen und tiefgläubigen Menschen" verloren. Auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete und Berliner Landespolitiker würdigten den Einsatz Sterzinskys vor allem auch für Randgruppen und das Zusammenwachsen von Ost und West in Berlin. Trauernde können sich in der Berliner St-Hedwigs-Kathedrale in ein Kondolenzbuch eintragen.

Seit dem Rücktritt Sterzinskys Anfang des Jahres leitet Weihbischof Matthias Heinrich das Erzbistum Berlin, das sich über Brandenburg bis Vorpommern erstreckt. Die Ernennung eines Nachfolgers Sterzinskys steht derzeit noch aus.