Raumfahrt

Astronauten flüchten vor Weltraumschrott

Die "Internationale Raumstation" (ISS) ist knapp einem Zusammenstoß mit einem im Weltall kreisenden Trümmerteil entgangen. Das Teil sei in nur 250 Meter Entfernung an der Station vorbeigeflogen, berichteten am Dienstag russische Nachrichtenagenturen.

Demnach konnte die sechsköpfige Besatzung, die sich in zwei an der ISS angedockte Sojus-Kapseln in Sicherheit gebracht hatte, anschließend in die ISS zurückkehren.

Die Nachrichtenagentur Interfax hatte zuvor unter Berufung auf russische Raumfahrtkreise berichtet, dass die Station wegen eines Trümmerteils in gefährlicher Nähe evakuiert worden sei. Das Trümmerteil sei zu spät entdeckt worden, um mit der Raumstation ein Ausweichmanöver zu starten. Das russische Kontrollzentrum für Weltraumflüge (TSOuP) erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, der Vorfall habe sich um 14.30 Uhr MESZ ereignet und die Besatzung arbeite nun wieder nach Plan.

Nach Angaben der Behörde handelte es sich bei der Evakuierung um das normale Verfahren im Falle einer drohenden Kollision mit Weltraumschrott. In der Vergangenheit habe es wiederholt ähnliche Vorfälle gegeben, und die Evakuierung stelle keine Krisensituation dar.

Vor zweieinhalb Wochen hatte eine russische Sojus-Kapsel mit drei Besatzungsmitgliedern an der ISS angedockt. Der russische Kosmonaut Sergej Wolkow, der US-Astronaut Mike Fossum und der Japaner Satoshi Furukawa verstärkten die bis dahin dreiköpfige Besatzung aus dem russischen Kommandeur Andrei Borisenko, dem Nasa-Astronauten Ron Garan und dem russischen Kosmonauten Alexander Samokutjaew. Diese waren am 6. April mit einer Sojus-Kapsel eingetroffen.

Mehr als 9700 Schrottteile und 1500 alte Raketen tummeln sich laut Nasa derzeit auf dem Low Earth Orbit (LEO), einer Satellitenumlaufbahn in 200 bis 1200 Kilometer Höhe. Zählt man den Kleinstschrott (mindestens 1 Millimeter) hinzu, sind es insgesamt 150 Millionen Trümmerteile, die die Erde umkreisen.