Finanzpolitik

Paul Kirchhof stellt Steuermodell vor: 25 Prozent für jeden

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Paul Kirchhof, fordert eine radikale Vereinfachung des Steuerrechts. Sein durchgerechneter Entwurf sieht vor, künftig sämtliche Einkommen einheitlich mit einem Satz von 25 Prozent zu besteuern.

Steuervorteile wie die Pendlerpauschale oder die Steuerbefreiung von Sonntags- und Nachtzuschlägen sollen ebenso wegfallen wie die Möglichkeiten der Steuergestaltung etwa durch Beteiligung an Schiffsfonds oder "Schrottimmobilien". Die Reform wäre laut Kirchhof für den Staat aufkommensneutral. Der prominente Steuerjurist hatte sich bereits im Wahlkampf 2005 - als Finanzminister im Schattenkabinett der CDU - für eine solche Flat Tax ausgesprochen. Die Union distanzierte sich allerdings davon. Neun Jahre lang hat der renommierte Steuerjurist nun mit einer Expertengruppe an seinem Steuermodell gearbeitet. Sechs von unterschiedlichen Koalitionen regierte Bundesländer waren mit ihren Vertretern an der Ausarbeitung beteiligt.