Nordseeinsel soll vergrößert werden

Neues Land für Helgoland

Altbacken, marode und vor allem klein: Das ist das Image, das Helgoland zurzeit hat. Doch Bürgermeister Jörg Singer hat große Pläne. Er will die Insel vergrößern - per Landaufspülung.

Damit soll Helgoland wieder interessant werden, nicht nur für Gäste, die immer stärker ausbleiben, sondern auch für die Bewohner, von denen viele wegziehen. Am Sonntag werden die Bürger darüber abstimmen, ob die Insel mit der benachbarten Düne verbunden werden soll. Doch trotz der zahlreichen Vorteile sind die Meinungen gespalten. Traditionsbewusste Insulaner wollen keinen "Brückenschlag", andere, vor allem Unternehmer, sehen darin die einzige Zukunftschance für den roten Felsen in der Nordsee.

In vielen Fenstern der Inselgemeinde hängen Zettel mit dem jeweiligen Votum: Ja beziehungsweise Nein zur Landverbindung. Eine klare Linie ist noch nicht erkennbar, die Auszählung am Sonntagabend dürfte spannend werden.

Singer warb für das Projekt mit einem Brief an alle Wahlberechtigten unter den 1300 Helgoländern. Darin schreibt er, das regionale Entwicklungskonzept sei zu dem Ergebnis gekommen, dass Helgoland für ein "intaktes Inselleben" wieder wesentlich mehr Bürger, Gäste und Betriebe benötige. Dafür soll nun die "große Lösung" sorgen. Durch die Landverbindung würde die Insel 295 000 Quadratmeter Neuland gewinnen. Sollte die Mehrheit mit Nein stimmen, will man trotzdem Land aufspülen, allerdings nur als "kleine Lösung" an der Hauptinsel mit immerhin noch 94 000 Quadratmetern. Die Kosten belaufen sich auf 80 Millionen Euro. Die Kritiker fürchten um den unverwechselbaren Charme Helgolands. Der nützt allerdings nichts, wenn niemand mehr kommt, um ihn zu bewundern.