Ermittlungen

Helios-Razzia: Senatorin fordert Konsequenzen

Nach der Razzia beim Krankenhauskonzern Helios in Berlin rechnet Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) mit weiteren Betrügereien. Der Kostendruck und die Ökonomisierung an Kliniken habe offenbar solch ein Ausmaß erreicht, dass es vermehrt zu Straftaten komme.

"Vor einem Jahr hätte ich noch gesagt, das ist ein Einzelfall, das denke ich jetzt nicht mehr", sagte Lompscher mit Blick auf den zurückliegenden Skandal bei den DRK-Kliniken. Die Senatorin geht aber davon aus, dass solche Betrugsfälle kein Berlin-spezifisches Problem sind, sondern auch in anderen Bundesländern vorkommen. Sie forderte den Bund auf, neue Rahmenbedingungen zu schaffen, die mehr Kontrollen möglich machen.

150 Polizisten hatten am Dienstag beim Helios-Klinikum in Buch kistenweise Unterlagen beschlagnahmt. 14 Mitarbeiter sollen bei Abrechnungen betrogen haben. Nicht ausreichend qualifiziertes Personal soll Patienten ambulant versorgt haben, die Krankenkassen bezahlten dann aber zu viel Geld für angebliche Behandlungen durch Spezialisten. Ermittelt wird in der Radiologie, der Herzmedizin und der Nierenheilkunde. Berliner Krankenkassen prangern im Zuge des Skandals das Abrechnungssystem bei Krankenhäusern an, dies beinhalte zu wenige Kontrollen und Sanktionen. Die Kassenärztliche Vereinigung fordert zudem eine Strukturreform der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).