Umweltstudie

Grüner wird's nicht

Was sollte ein Wahlsieg der Grünen-Kandidatin Renate Künast eigentlich noch ändern? Berlin ist schon jetzt tiefgrün. Das ergab eine Umweltstudie für zwölf deutsche Großstädte.

Demnach schneidet Berlin bei sechs von acht Kategorien überdurchschnittlich ab: beim CO2-Ausstoß, bei Gebäuden, bei Verkehr, Wasser, Abfallvermeidung und Luftqualität.

Bei Energiesparen in Gebäuden steht Berlin sogar europaweit auf Platz zwei (nach Stuttgart). Wie die von Siemens in Auftrag gegebene Studie Green City Index ermittelte, hat die deutsche Hauptstadt mit 520 Kilojoule pro Quadratmeter einen beispielhaft niedrigen Wert.

Vorbildlich ist Berlin auch im Verkehr: Hier fahren 38 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, im Bundesdurchschnitt sind es nur 27 Prozent. Wer einmal im Selbstversuch das Verkehrsnetz anderswo mit dem von Berlin vergleichen musste, wundert sich darüber nicht.

Der Wasserverbrauch pro Kopf und Jahr liegt in Berlin mit 56 Kubikmetern sogar unter dem niedrigen deutschen Durchschnittswert von 59 Kubikmetern. In europäischen Städten verbrauchen die Menschen durchschnittlich 107 Kubikmeter. Als Grund dafür nennt die Studie nicht nur scharfe deutsche Bestimmungen und ausgeprägtes Umweltbewusstsein, sondern auch relativ hohe Preise.

Die Ursachen dafür, dass Berlin Umwelt-Champion ist, sind also nicht immer erfreulich. Die Luftqualität hat sich laut der Green-City-Studie "vor allem durch den Strukturwandel vom Industrie- zum Dienstleistungsstandort stark verbessert". Heißt: Dass weniger Dreck in die Luft ausgestoßen wird, ist mit dem Verlust von Arbeitsplätzen erkauft.