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Hacker kapern Mobbing-Website "isharegossip"

Monatelang haben die Betreiber der Mobbing-Website "isharegossip" den Schulfrieden in Deutschland empfindlich gestört, jetzt sind die unbekannten Hintermänner selbst zum Opfer geworden. Hacker legten am Dienstag die Mobbing-Plattform lahm.

Wer die Website aufrufen wollte, bekam nur ein Schreiben zu sehen, über das "Hacks and Kisses" geschrieben war. Darunter stand ein Gedicht: "Vernimm derweil, Geschöpf der Nacht, die Mär von Zeiten unter Lichte. Denn wer allein im Dunklen wacht, dem scheint wohl fremd, was ich berichte." Die Hacker fordern die Administratoren, Organisatoren und Moderatoren auf, sich innerhalb einer Woche bei der Polizei zu melden, ansonsten werde man alle Daten veröffentlichen. Mails, Zugangsdaten und Namen kenne man. Unterzeichnet ist das Schreiben mit "Over and out. -23timesPi".

Wer hinter -23timesPi steckt, das weiß bislang keiner. Die Hacker sind ebenso anonym geblieben wie die Betreiber der Website und die zahlreichen Nutzer, die ihre Klassenkameraden und Lehrer auf "isharegossip" beschimpft hatten. Die Hintermänner der Mobbing-Website meldeten sich angeblich kurz darauf auf einer anderen Website, wo sie informierten, dass die Seite gekapert worden sei. Der Server soll nicht betroffen sein. Die Autoren versuchten außerdem, alle Nutzer mit schlechtem Gewissen zu beruhigen. Die Lästerer hätten nichts zu fürchten, da die IP-Adressen, mit denen Computer im Netz identifiziert werden können, nicht gespeichert worden seien.

Dabei war es bereits ruhig geworden um "isharegossip". Die Website war im März in die Schlagzeilen geraten, nachdem es an mehreren Schulen Amok-Drohungen gegeben hatte. In den folgenden Wochen hatten sich zudem mehrere Schüler Schlägereien wegen der Mobbing-Äußerungen geliefert. Schließlich setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Seite auf den Index. Dennoch war sie noch im Internet erreichbar. An vielen Berliner Schulen hatten Schüler zudem Selbstverpflichtungen unterschrieben, die Seite nicht zu nutzen. Inzwischen ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen übler Nachrede und Beleidigung gegen die unbekannten Betreiber.

Die Internet-Nutzer wissen jedenfalls, was sie von der Aktion zu halten haben. "Anonyme rächen Läster-Opfer" oder "Diese Hackeraktion trifft doch mal die Richtigen", hieß es beim Internet-Kurznachrichtendienst Twitter.