Nobelrestaurant

Deutsche Touristen unerwünscht

Die "Kronenhalle" in Zürich ist kein alltägliches Restaurant. Sie ist ein "Gesamtkunstwerk", wie es auf der Website heißt. Darauf legt man ebenso viel wert wie darauf: "Das Personal versteht es, die Gäste professionell zu umsorgen, individuelle Wünsche zu erfüllen und durch langjährige Erfahrung für unterschiedlichste Kunden immer den richtigen Ton zu treffen."

Mit einer Ausnahme: Deutsche. Touristen aus dem Nachbarland sind in der schweizerischen Institution nicht gern gesehen, wie "Kronenhallen"-Direktor Andreas Wyss den Autoren des Reiseführers "Ein perfektes Wochenende in Zürich" gesagt haben soll. Wörtlich: "Wir legen keinen Wert auf deutsche Touristen." Der Reiseführer spricht von "unvermutetem Rassismus", der "sprachlos" mache.

Von "Rassismus" will Wyss allerdings nichts wissen. Der Zeitung "20 Minuten Online" sagte er: "Dahinter steckt sicherlich nicht Rassismus - wir wollten einfach den Rummel um unser Lokal etwas beruhigen." Grundsätzlich stehe die "Kronenhalle" allen offen, man lege jedoch Wert auf ein "angemessenes" Publikum. "Wild fotografierende Touristen sind bei uns aus Sicherheitsgründen unerwünscht", so Wyss. "Wir sind schließlich kein 08/15-Lokal." Tatsächlich: Die "Kronenhalle" zählt nach eigenen Angaben "Theaterfreunde, Jetset, Künstler und Lebenskünstler" zu den Gästen.

Die Schweizer jedenfalls unterstützen den Wirt größtenteils. In Kommentaren im Internet heißt es: "Persönlich finde ich es gut, dass jemand sich getraut, unseren arroganten Nachbarn mit derselben Arroganz die Stirn zu bieten." Und ein anderer: "Ich war zwar noch nie in der ,Kronenhalle', geh da aber nächstens mal essen, dann bin ich wenigstens unter Schweizern:-) ... Schluss mit dem deutschen Flüchtlingsstrom". Ob solche Kunden ein angemesseneres Publikum für den anspruchsvollen Wirt sind?