Spende

Schwimmend zum Schulunterricht

Für die Kinder in dem philippinischen Mangrovendorf Layag-layag war der Schulweg bislang extrem beschwerlich - und vor allem nass. Jahrelang mussten die Schüler jeden Morgen über eineinhalb Kilometer durch brusthohes Wasser waten und über Sandbänke klettern, um zur Schule zu kommen - wobei die Schulbücher natürlich nicht nass werden durften.

Ein eigenes Boot konnten sich ihre Familien nicht leisten. Über 220 Familien leben in dem Dorf, meist vom Fischfang oder als Algenbauern. Wenn sie nicht von einem der Fischerboote mitgenommen wurden, seien die Kinder immer pitschnass im Klassenzimmer angekommen, sagte ihre Lehrerin Racquel Bangayan. Viele seien wegen der Hindernisse auch oft zu spät gekommen. Dabei seien viele von ihnen ausgezeichnete Schüler - obwohl die Abbrecherquote auf den Philippinen groß ist.

Jay Jaboneta, ein Internetblogger, erfuhr von den schwimmenden Schulkindern auf der Halbinsel Zamboanga und warb auf seiner Facebook-Seite für Spenden. "Einige der Kinder stammen aus Familien, die zu arm sind, um sich auch nur ein kleines Boot zu kaufen. Deshalb mussten sie zur Schule schwimmen", sagte Jaboneta. "Diese Geschichte ist eine Inspiration. Für sie ist die Schule ein Weg raus aus der Armut."

Tatsächlich kamen genug Spenden zusammen, um ein grellgelbes Motorboot zu kaufen. Es trägt den Namen "Neue Hoffnung" und wurde den Gemeindeoberen im März übergeben. Es wurde sogar so viel Geld gespendet, dass zwei weitere Boote derzeit noch gebaut werden, und die Wohlfahrtsorganisation, die die Spenden verwaltet, hat außerdem neue Schultaschen, Schuhe und Decken für die Kinder organisiert.

Interessant sei die Reaktion der Kinder gewesen, berichtet Anton Lim, ein Mitarbeiter der Wohlfahrt. "Die Kinder hielten ihre Taschen und Schuhe hoch und sprangen vor Freude in die Luft", sagt er. Das Boot hätte bei ihnen dagegen nicht zu derart großer Freude geführt. "Sie sind das Wasser gewohnt."