Jörg Kachelmann

Freispruch mit Zweifeln

Die Hände am Kinn, die Miene regungslos: So verließ Jörg Kachelmann am Dienstag das Gerichtsgebäude.

In einem der spektakulärsten Prozesse der vergangenen Jahre hat das Landgericht Mannheim den TV-Moderator vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Es gebe keine "tragfähigen Beweise", dass der 52-Jährige im Februar 2010 eine Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt habe, sagte Richter Michael Seidling in der Urteilsbegründung. Es gelte der Grundsatz: "Im Zweifel für den Angeklagten."

Seidling verwies in der Urteilsbegründung darauf, dass sowohl Kachelmann als auch seine Ex-Freundin in einigen Bereichen "nachweisbar" gelogen hätten. Aber auch alle weiteren Beweise seien für sich gesehen nicht "geeignet, die Schuld oder gar die Unschuld des Angeklagten zu belegen".