Medizin

Ärzte testen neue Therapie gegen EHEC-Infektionen

Die Zahl der Menschen, die an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben sind, hat sich bis Sonnabend auf zehn erhöht. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, starben weitere vier Infizierte an der gefährlichen Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom).

Deutschlandweit wurden mittlerweile mehr als 1000 mögliche und bestätigte EHEC-Fälle registriert. Unterdessen setzen die Ärzte in Hamburg auf ein neues Medikament. Seit Freitagabend erhalten Schwerstkranke mit Störungen des zentralen Nervensystems einen Antikörper. "Erst in einigen Wochen werden wir wissen, wie erfolgreich diese Therapie sein wird", sagte der ärztliche Leiter des Universitätsklinikums Eppendorf, Rolf Stahl. Das Medikament soll neurologischen Veränderungen und Nierenschäden entgegenwirken. Die Mediziner hoffen, dass "Eculizumab" gegen das akute Nierenversagen bei HUS wirkt. Es war schon im vergangenen Jahr bei drei Kindern erfolgreich eingesetzt worden.

Spanische Behörden wiesen unterdessen Informationen der EU-Kommission zurück, wonach zwei Agrarbetriebe wegen EHEC-Verdachts geschlossen worden seien. In den beiden Betrieben in den Provinzen Almería und Málaga seien lediglich abgeerntete Gurken vorsichtshalber sichergestellt worden, teilte das andalusische Gesundheitsministerium in Sevilla am Sonnabend mit.