Amnesty International

Ehrung für die unbequemen Mahner

Eine mit Stacheldraht umwickelte Kerze - für Tausende politischer Gefangener weltweit ist sie Symbol der Hoffnung. Als der britische Anwalt Peter Benenson vor 50 Jahren Amnesty International gründete, um den von der portugiesischen Militärjunta inhaftierten Oppositionellen beizustehen, war nicht abzusehen, dass die Hilfsorganisation zu einer der wichtigsten Stimmen für die Durchsetzung und Einhaltung der Menschenrechte überall auf der Welt werden würde.

Inzwischen engagieren sich drei Millionen Menschen weltweit für das Netzwerk und erzielen große Erfolge. So hat die Organisation auch die Freilassung von Birmas Oppositioneller Aung San Suu Kyi und die Verleihung des Friedensnobelpreises an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo maßgeblich beeinflusst.

Am Freitagabend feierte Amnesty International des 50-jährige Bestehen im Haus der Kulturen der Welt in Tiergarten mit einem "Fest der Menschenrechte". Bundespräsident Christian Wulff würdigte in seiner Rede die Arbeit der Aktivisten. "Wir Deutsche tragen eine besondere Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte", sagte er. "Unser Land hat zwei Unrechtsregime erlebt, die uns Mahnung und Verpflichtung sind." Rund 114 000 ehrenamtliche Helfer der Organisation hätten sich in Deutschland "um die Rechte und den Schutz ihrer Mitmenschen verdient gemacht". Zugleich erinnerte Wulff in seiner Rede an jene, die nicht hier sein könnten, weil sie als Opfer von Unrecht in Gefängniszellen eingesperrt seien.

Bei allem Rückblick wurde auch der Menschen gedacht, die sich zurzeit weltweit für die Menschenrechte engagieren. So wurde der Mexikaner Abel Barrera Hernández mit dem 6. Menschenrechtspreis geehrt. Der Gründer des Menschenrechtszentrums Tlachinollan setze sich seit 1994 unermüdlich und unter hohem persönlichem Risiko für die Rechte der Ureinwohner im Bundesstaat Guerrero ein. Die Preisträger des Menschenrechtszentrums stünden beispielhaft für viele Menschenrechtsverteidiger weltweit, sagte Wulff.