Infektionen

EHEC breitet sich weiter aus - Bauern vernichten ihre Ernte

Der gefährliche Darmkeim EHEC breitet sich weiter aus: Allein in Hamburg sind 400 Menschen mit dem Erreger infiziert.

Bundesweit leiden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 276 Menschen an der lebensbedrohlichen Komplikation HUS. Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg auf sechs. Auch in Dänemark und Schweden wurden 32 EHEC-Fälle nachgewiesen. Laut den Behörden seien alle Betroffenen zuvor in Deutschland auf Reisen gewesen. In Berlin sind sechs Menschen an HUS erkrankt.

Bei der Suche nach der Infektionsquelle streiten Experten in Spanien und Deutschland. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass auf drei Gurken aus Spanien EHEC nachgewiesen worden war. Eine vierte belastete Gurke könnte über die Niederlande nach Deutschland gelangt sein. Eines der betroffenen Unternehmen, Pepino Bio Frunet aus Málaga, erklärte, dass eigene Tests keine Verunreinigungen an den Gurken ergeben hätten und vermutete, dass eine Palette mit 180 Kisten Gurken in Deutschland vom Transporter gekippt sei. Dabei könne die Ware mit EHEC kontaminiert worden sein. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) wies den Verdacht zurück. Ware von einer einzigen Palette könne unmöglich eine solche Infektionswelle auslösen. Auch in Dänemark wurden in zwei Supermärkten spanische Gurken mit den EHEC-Bakterien gefunden. Spanische Behörden schlossen nach Auskunft der EU-Kommission vorübergehend zwei Betriebe in Almeria und Málaga, ohne aber die Namen zu nennen. Für die Gemüsebauern in Deutschland weitet sich die Krise zu einer finanziellen Katastrophe aus. Der Absatz von Salat, Tomaten und Gurken brach um bis zu 70 Prozent ein. Vielerorts vernichten Bauern ihre Ernte oder pflügen sie unter.