Festnahme

Ex-General Mladic nach 15 Jahren gefasst

Politiker in aller Welt haben erleichtert auf die Festnahme des früheren bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladic reagiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Festnahme sei "überfällig" gewesen und eine gute Nachricht für ganz Europa.

Mladic war nach 15 Jahren auf der Flucht auf einem serbischen Bauernhof festgenommen worden. Dem Ex-General werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. So soll er für das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 verantwortlich sein, bei dem 8000 Menschen ermordet wurden.

"Im Namen der Republik Serbien teile ich mit, dass Ratko Mladic verhaftet wurde", sagte Serbiens Präsident Boris Tadic in Belgrad. Jetzt könne Serbien "ein unrühmliches Kapitel seiner jüngeren Geschichte" abschließen. Mladic soll nun an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt werden.

Das Verfahren könnte allerdings noch bis zu einer Woche dauern. Das hängt davon ab, ob Mladic gegen eine Überstellung Rechtsmittel einlege. Eine erste Befragung in Belgrad vor einem Sondergericht wurde wegen gesundheitlicher Probleme des 69-Jährigen schon nach kurzer Zeit unterbrochen.

Die erfolglose Fahndung galt als eines der größten Hindernisse bei den Bemühungen Belgrads um eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Entsprechend stellte Tadic klar, dass Belgrad nun als Gegenleistung für die Verhaftung von Mladic einen zügigen EU-Beitritt erwarte. "Ich hoffe, dass jetzt die Türen offen stehen", sagte der Präsident. Aus Brüssel kamen sogleich versöhnliche Töne: "Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne für Serbien und die internationale Justiz", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. "Die Verhaftung Mladic' ist ein gutes Signal in Richtung der EU und von Serbiens Nachbarn." Auch andere europäische Politiker sind jetzt optimistisch. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sagte, die Festnahme sei "eine weitere Etappe Serbiens zur Integration in die EU".