Verbraucher

Wenn Sonnencreme zum Luxus wird

Urlauber wollen auch im Urlaub richtig leben - und dann wird es teuer. Hier einen Cappuccino, da neue Flip-Flops, und die mitgebrachte Sonnencreme ist auch irgendwann aufgebraucht (oder am Strand vergessen).

Dann geht der Urlaub ins Geld, hat der ADAC errechnet. Der Warenkorb, den der Automobilclub untersuchte, umfasst 34 Produkte oder Dienstleistungen für eine Familie mit zwei Kindern.

Das billigste Ferienland ist demnach Bulgarien. Dort kostet der Warenkorb nur 131 Euro. Dann folgen die Türkei (141) und Spanien (147). Griechenland, das in diesem Jahr besonders um Touristen kämpfen muss, liegt mit 151 Euro noch deutlich besser als Kroatien und Deutschland (170). Noch teurer sind aber die klassischen Urlaubsländer Italien (177) und Frankreich (179). An der Spitze liegen die Niederlande (189) und Dänemark (206).

Besonders verwundert waren die ADAC-Tester über die gravierenden Preisunterschiede innerhalb Europas, die kaum zu erklären sind. Eine Tube Sonnencreme kostet in Zingst an der Ostsee 4,79 Euro, an der französischen Atlantikküste in Saint-Jean-de-Monts aber 24,88 Euro. Fällt in Frankreich die Sonnencreme unter die Luxussteuer? Merkwürdige Verhältnisse herrschen auch im Reich der europäischen Sonnenliegenaufsteller. Im kroatischen Umag zahlt der Urlauber 2,07 Euro, im italienischen Cesenatico satte 20 Euro. Wie willkürlich die Preise berechnet werden, zeigt sich auch bei den Flip-Flops. Im niederländischen Renesse kosten sie 1,99 Euro, auf Fehmarn 14,99 Euro.

Eines konnten die Tester aber auch nicht feststellen. Schmeckt der Cappuccino auf Rømø für 5,37 Euro besser als der für 66 Cent in Bulgarien? Und was heißt schon "hohe Preise"? Man stelle sich vor: Das Wetter war gut, das Hotel war gut, die Preise niedrig. Worüber soll sich denn der Urlauber dann noch aufregen?