Gesundheit

Krankenkassen: Bis zu 70 Euro Zusatzbeitrag monatlich

Nach Schätzungen des Spitzenverbandes der Krankenkassen könnten die Zusatzbeiträge in den kommenden Jahren auf monatlich 50 bis 70 Euro steigen.

Verbandschefin Doris Pfeiffer sagte am Montag im Deutschlandradio Kultur, die Kassen müssten darüber Mehrkosten für Ärzte oder Medikamente bezahlen. Pfeiffer betonte, Zusatzbeiträge seien durchaus "von der Politik gewollt". Derzeit würden die meisten Kassen aber jeden Zusatzbeitrag vermeiden, weil dadurch - wie bei der pleitegegangenen City-BKK - eine Abwanderungsbewegung ausgelöst werde. Der einheitliche Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Wenn nötig, können die Kassen zudem einen einkommensunabhängigen, pauschalen Zusatzbeitrag erheben, den allein die Kassenmitglieder zahlen müssen.

Das Gesundheitsministerium wies die Berechnung zurück. Ein Anstieg der Zusatzbeiträge in dieser Größenordnung sei "auf absehbare Zeit nicht zu erwarten", sagte ein Sprecher von Minister Daniel Bahr (FDP). Demnach beträgt derzeit der durchschnittliche Zusatzbeitrag "null Euro". Im nächsten Jahr sei mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag im niedrigen einstelligen Euro-Bereich zu rechnen.