Vorwürfe gegen Strauss-Kahn

Sex-Skandal: IWF-Chef in New York verhaftet

Frankreich und die Weltwirtschaft werden von einem brisanten Skandal erschüttert. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, ist am Sonnabend (Ortszeit) in einem Flugzeug am New Yorker Flughafen John F. Kennedy unter dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung, sexuellen Nötigung und Freiheitsberaubung festgenommen worden.

Strauss-Kahn soll laut New Yorker Polizei ein 32 Jahre altes Zimmermädchen in seiner Luxussuite im "Sofitel"-Hotel am Times Square in Manhattan sexuell bedrängt haben. Als sie zu fliehen versuchte, habe er sie in das Badezimmer gezerrt und dort zum Oralsex gezwungen, bevor die Frau schließlich aus der Suite flüchten konnte. Als die Beamten der New Yorker Polizei eintrafen, sei Strauss-Kahn bereits weg gewesen, sagte ein Sprecher der Behörde. Der IWF-Chef habe sein Handy und andere persönliche Dinge zurückgelassen. "Es sah so aus, als ob er es eilig hatte", so der Sprecher weiter.

Als die Polizei erfuhr, dass Strauss-Kahn am Flughafen sei, wurden die Beamten dort alarmiert, die den IWF-Chef im Flugzeug festnahmen - wenige Minuten vor dem Start. Strauss-Kahn bestreitet bislang alle Vorwürfe.

Die Festnahme sorgte international für Aufregung: Strauss-Kahn war auf dem Weg nach Europa, wo er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen wollte, um über die griechische Schuldenkrise zu beraten. Am Montag und Dienstag sollte er zudem in Brüssel an einem Treffen der EU-Finanzminister teilnehmen, bei dem es um das Rettungspaket für Portugal geht. Auch in Frankreich sorgte die Nachricht für ein politisches Erdbeben. Der Sozialist Strauss-Kahn gilt den Umfragen zufolge als aussichtsreichster Kandidat bei der Präsidentenwahl 2012 gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy.