US-Marines

Niemand wird zurückgelassen - auch kein Esel

Für das legendäre United States Marine Corps gibt es zwei Regeln - "Semper fidelis" (Immer treu) und "Niemand wird zurückgelassen". Das gilt für alle Marines - auch wenn es sich um einen Esel handelt.

"Smoke The Donkey" heißt der tierische Marineinfanterist, der 2008 und 2009 das Maskottchen einer Einheit im irakischen Camp Takaddum bei Falludscha war. Als die Einheit die Region schließlich verließ, geriet "Smoke" in die Obhut eines Scheichs.

Doch der inzwischen pensionierte Oberst John Folsom konnte den Kameraden nicht vergessen und setzte schließlich alles daran, den Esel in die USA zu holen. Die "Operation Donkey" war allerdings nicht ganz einfach. Der Scheich witterte ein Geschäft und verlangte 30 000 Dollar, worauf er jedoch später nicht bestand. Es folgten Bluttests, Gesundheitsbescheinigungen, Zollformulare und landwirtschaftliche Vorschriften. In der Türkei war drei Wochen Zwangsstopp, der US-Botschafter in Ankara schaltete sich ein. Doch schließlich folgte die Ausreise per Lufthansa-Frachtmaschine über Frankfurt/M. Am Sonnabend konnte Folsom "Smoke" in New York aus der Quarantäne holen. Der Esel, der jetzt als Therapie-Tier dienen soll, reist nun weiter nach Omaha. "Smoke" gewöhne sich bereits an den Anblick großer, grüner Bäume anstelle der Wüste, sagte Folsom. Die "Operation Donkey" kostete 40 000 US-Dollar. Aber niemand wird zurückgelassen.