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Disneys heimliche Datensammler

Wenn Mickymaus lächelt und Donald Duck tapsig durch die Welt spaziert, mag man an nichts Böses denken. Schon gar nicht, wenn man ein Kind ist. Doch im Hause Disney ist offenbar nicht alles so harmlos, wie es sich verantwortungsvolle Eltern gern vorstellen.

Denn eine zum Disney-Konzern gehörende Firma für Online-Spiele hat jetzt rund drei Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) Bußgeld gezahlt, weil sie unerlaubt Daten von Kindern sammelte. Und zwar im großen Stil. Playdom, so der Name der Disney-Tochter, stellte auf seiner Internetseite harmlos anmutende Computerspiele zur Verfügung. Um an diese zu gelangen, sollten Kinder bei der Anmeldung ihren Namen, E-Mail-Adresse, Wohnort und Instant-Messenger-Kennung angeben. Dies ist aber in den USA dem Gesetz zufolge bei Kindern unter 13 Jahren nur mit Zustimmung der Eltern zulässig - was in diesen Fällen offensichtlich nicht der Fall war. Mehrere Hunderttausend Daten von Kindern sollen auf diese Weise gesammelt worden sein.

Nur durch die Zahlung der Millionensumme konnte Playdom den Rechtsstreit mit den US-Behören beilegen. Es ist das bislang höchste Bußgeld in den USA wegen eines Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutz der Daten von Kindern im Internet (Children's Online Privacy Protection Act). Dabei dürfte es Disney in der öffentlichen Wahrnehmung wenig helfen, dass die meisten der betroffenen Websites schon geschlossen wurden, als der Konzern Playdom im August vergangenen Jahres übernahm.

2011 scheint für Disney ohnehin kein optimales Jahr zu werden. Bereits im Frühjahr musste der Konzern gestehen, dass die DVD-Neuerscheinungen bei Weitem nicht so erfolgreich wie gewohnt liefen. Der teuer produzierte Trickfilm "Mars needs Moms" floppte in den US-Kinos grandios. Der Verlust bei den digitalen Medien hat sich auf 115 Millionen Dollar verdoppelt. Keine rosigen Zeiten also. Mickymaus, Donald & Co haben viel Aufbauarbeit vor sich.